Daniela Gottschlich, Uwe Rolf, Rainer Werning, Elisabeth Wollek (Hg.)
Sachbuch, PapyRossa Verlag, Köln 2008, 295 Seiten, € 19,00
„Reale Utopien“ sind weder pures Wunschdenken noch ein Widerspruch in sich. Darin sind sich die HerausgeberInnen des Sammelbandes „Reale Utopien – Perspektiven für eine friedliche und gerechte Welt“ einig. Utopien für eine bessere Welt haben Hochkonjunktur. Sie bauen Brücken zwischen Gegenwart und visionärer Zukunft und setzen den herrschenden Verhältnissen eine kritische Perspektive als Möglichkeit entgegen. Dabei nehmen sie denkend ein „Real-Mögliches“ (Ernst Bloch) vorweg und knüpfen an Bestehendes an, in das sie gleichzeitig kritisch intervenieren.
LeserInnen, die sich angesichts des Titels eine breite, vielschichtige und heterogene Auswahl an Themen, Konzepten und Perspektiven erhoffen, werden jedoch enttäuscht. Denn aus der Vielzahl an bestehenden politischen, ökonomischen, wissenschaftlich-technischen, religiösen, (queer-)feministischen Utopien für eine „andere Welt“ werden lediglich die Themenkomplexe „Solidarische Ökonomie“, „Nachhaltigkeit“ sowie „globale Abrüstung, regionale Kooperation und gemeinsame Sicherheit“ herausgegriffen, was dem Sammelband eine doch sehr eingeschränkte Perspektive verleiht.
Die in dem Band versammelten Beiträge entstanden zu Ehren des deutsch-iranischen Sozialwissenschafters Mohssen Massarrat anlässlich seiner Emeritierung und greifen explizit jene Themen auf, für die Massarrat steht und sich einsetzt.