Hoffnung kam bei den Vereinigungen der Angehörigen der ermordeten oder verschwundenen Frauen von Ciudad Juárez und Umgebung auf, als die Untersuchungen vor zwei Jahren von der regionalen an die nationale Staatsanwaltschaft übertragen wurden. Diese hat Mitte Februar einen Bericht über die Frauenmorde von Ciudad Juárez und Chihuahua vorgelegt, der alsbald von den Angehörigen-Verbänden und Amnesty International als unzureichend und irreführend kritisiert wurde.
Mexikanische und internationale Menschenrechtsorganisationen zählen wesentlich mehr Opfer auf als der offizielle Bericht. Sehr kritisiert wird vor allem die Behauptung des Berichts, über 60 Prozent der im Zeitraum von 1999 bis 2005 registrierten 379 Morde gingen auf innerfamiliäre Konflikte zurück. Verärgert registrierten die Organisationen auch, dass die von ihnen vorgeschlagenen politischen Instrumente, um die Frauenmorde zu stoppen, nicht eingesetzt wurden.