
Von: Mattias Haberl
Betreff: Reiches, armes Hongkong
Liebe Redaktion,
in Hongkong ist die hier konzentrierte Wirtschaftskraft allgegenwärtig: zwischen so vielen Lamborghini-Luxuskarossen habe ich mich noch nie bewegt, denke ich mir beim Spazierengehen. Hier gibt es, wie in der gesamten Metropolregion rund um Hongkong, Shenzhen und Macao, einige Leute mit richtig viel Geld. Und insgesamt leben 67 Millionen in der Region – mehr als rund um Tokio oder New York. Tendenz steigend.
Gleichzeitig sehe ich überall auch alte „Mütterchen“, die Kartons zerreißen. Es sind jene Kartons, in denen Waren in Geschäfte geliefert werden. Diese sammeln sie, um sie für den sprichwörtlichen Pappenstiel zu verkaufen – und sich damit irgendwie finanziell über Wasser zu halten. Angeblich lebt jedeR Fünfte hier unter der Armutsgrenze.
Hongkong ist ein schräger Spagat: Vieles scheint gut zu funktionieren. Es gibt Wohlstand, viele kleine Parks, günstige Schwimmbäder, ein tolles öffentliches Verkehrssystem. Aber dann mittendrin eben diese gewaltige Armut. So betrachtet, finde ich das Sozialsystem in Österreich, das für einen gewissen Ausgleich sorgt, dann doch besser.
Liebe Grüße,
Matthias