Die Diskussionen um Kultur und Entwicklung kreisen um die zentrale Frage, ob nun politisch-ökonomische oder kulturelle Faktoren gewichtiger für Entwicklungsprozesse sind. Ganz grob gesprochen, scheiden sich daran linke von rechten Ansätzen.
Die Cultural Studies überwinden diesen Gegensatz, in dem sie untersuchen, welche Rolle kulturelle Praktiken für Fragen von Macht und Ressourcenverteilung, also für politische und ökonomische Fragen haben. Als „Gründerväter“ dieses Ansatze gelten die britischen Wissenschafter Stuart Hall, Raymond Williams und Richard Hoggart.
In die entwicklungspolitische Reflexion hat Arthuro Escobar diese Ansätze eingebracht. Kultur und Politik sind hier keine Gegensätze mehr, sondern werden als zwei Perspektiven verstanden, die auf ein und denselben Gegenstand gelegt werden können. Auf den Punkt gebracht: Macht wird kulturell strukturiert und Kultur ist Gegenstand von Machtverhältnissen.