
Titelgeschichte Nahost in SWM 3/2012
Es ist traurig und bedenklich, dass ein solcher Artikel in einem Magazin, das sich als entwicklungspolitisch orientiert versteht, erscheint. Kurz gesagt unterstellt der Artikel, dass Frieden in Nahost von der Haltung der PalästinenserInnen abhinge, dass ergo die Gewalt in diesem Konflikt von ihnen ausginge. Unzählige UNO-Resolutionen und -Berichte zeichnen ein anderes Bild, vom Ursprung des Konfliktes (Vertreibung der PalästinenserInnen) und seinen strukturellen Grundlagen einmal ganz zu schweigen. Doch Hackl erwähnt mit keinem Wort die völkerrechtlich illegitimen Handlungsweisen Israels: militärische Besatzung fremden Landes, gezielte Tötungen, Blockade, Schikanen der Zivilbevölkerung etc. etc. Einseitig ist in diesem Zusammenhang ein sehr mildes Attribut, zumal damit die implizite Parteinahme des Autors für die eindeutig stärkere Seite in diesem Konflikt einhergeht. Warum erscheint ein solcher Artikel im Südwind-Magazin? Der Erreichung eines gerechten Friedens in Nahost dient er sicherlich nicht.
Margarita Langthaler
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