
Einst Vorzeigemodell, jetzt schwerkriminell: Während in Europa in den vergangenen zwanzig Jahren immer mehr Kriegsschiffe im Mittelmeer patrouillieren, Drohnen und Flugzeuge die EU-Außengrenzen überwachen und stetig neue Zäune zur Abwehr von geflüchteten Menschen hoch-
gezogen werden, ist Domenico „Mimmo“ Lucano, ehemaliger Bürgermeister des kalabrischen Städtchens Riace, einen anderen Weg gegangen. Dafür ist er jetzt zu 13 Jahren Haft verurteilt worden.
Er hat konsequent Schutzsuchende aufgenommen und in leerstehende Häuser einquartiert. Einheimische und Zugewanderte arbeiteten in neu entstandenen Handwerksläden zusammen, sogar die Dorfschule konnte wiedereröffnet werden. Riace wurde zur Willkommensstadt, Synonym für gelungene Integration.
Das Gericht hat ihn wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Amtsmissbrauch, Betrug, Dokumentenfälschung und Veruntreuung von Geldern schuldig gesprochen.
Armes Europa, wenn jene, die sich für ein menschenwürdiges Leben für alle einsetzen, weggesperrt werden. Ich fordere politisches Asyl für Lucano!