Im heutigen Bagdad profitieren nur wenige vom Erdölreichtum. Die Korruption nimmt rasant zu. Wer aufbegehrt, riskiert sein Leben. Man riecht sie lange bevor man sie sieht. Es ist der Gestank von faulen Eiern, der früh morgens über den Müllfeldern Bagdads hängt. Wenn die Sonne höher steht und die Temperaturen steigen, wird der Fäulnisgeruch intensiver, vermengt sich mit dem Schweiß und legt sich als klebriger Film auf die Haut. Haydar hat sich ein Tuch um das Gesicht gewickelt, sodass nur seine Augen zu sehen sind. Mit seinen bloßen Händen wühlt er im frischen Müll: Aufgeplatzte Säcke, aus denen in schmutzig bunten ...