
In Wien fand ein Workshop zu Friedensjournalismus mit Johan Galtung statt.
Frauen hält Galtung für talentierter, was Friedensjournalismus anbelangt.
Der Friedensforscher kritisierte unter anderem die gewaltfixierte Berichterstattung über die Demonstrationen im Umfeld internationaler Tagungen (in denen er übrigens den Beginn einer Weltrevolution, mit Parallelen zur französischen Revolution, sieht). Derartige Berichte blendeten die Sichtweisen sowohl der Gewaltlosen als auch der Regierungen aus. Bekämpft werde von den DemonstrantInnen nicht die Globalisierung schlechthin,sondern jene ?von oben?: Monetarisierung und Privatisierung. In den Protesten ginge es um Solidarität. Die Regierenden könnte man in diesem Zusammenhang als ?SolidaritätsgegnerInnen? bezeichnen und die Demonstrierenden als ?Solidaritätsfreunde?.
Der siebzigjährige Mitbegründer der Friedensbewegung legt große friedensjournalistische Hoffnungen auf die neuen globalen Medien, die nicht als Sprachrohr für Kapital und Nationalstaaten fungieren. Innerhalb der etablierten Medien schlägt er die Installierung von so genannten ?FriedenskorrespondentInnen? vor. Mögliche Themen für eine regelmäßge Friedensberichterstattung, für die Galtung eine ?latente Kundschaft? sieht: Berichte über friedliche Länder, über friedensfördernde, der Völkerverständigung dienende Initiativen, Geschichten von Menschen, die für den Frieden arbeiten oder Friedensvorschläge ?
In Österreichs Medien hat Galtung seine Spuren hinterlassen: Sein eigener Friedensvorschlag für Nahost wurde wenige Tage später in einer österreichischen Qualitätszeitung, deren Außenpolitikchefin an dem Workshop teilgenommen hatte, zitiert.
Als nächster Schritt ist ein Seminar mit internationalen Fachleuten zu praktischen Übungen in ?Friedensjournalismus? geplant.
Weitere Empfehlenswerte Links zu Friedensjournalismus: www.reportingtheworld.org
www.transcend.org
www.transnational.org www.mediachanell.org